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Talk:Other Masters (14th Century)

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Work Author(s) Source License
Translation Thomas Stoeppler Private communication
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Nuremberg Transcription Dierk Hagedorn Index:Pol Hausbuch (MS 3227a)
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Glasgow Transcription Dierk Hagedorn Index:Glasgow Fechtbuch (MS E.1939.65.341)
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Transcriber's Notes (Nuremberg)

Anmerkungen

Dies ist die Transkription einer auf das Jahr 1389 datierten frühneuhochdeutschen Handschrift, die früher einmal irrtümlich Hanko Döbringer zugeschrieben wurde. Das Original befindet sich unter der Bezeichnung Cod. Hs. 3227a in der Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg.

Die Handschrift ist eine Sammlung von Texten aus unterschiedlichen Themengebieten. Neben Anweisungen für den Kampf mit dem Schwert - mit und ohne Harnisch, zu Pferd und zu Fuß - gibt es Abschnitte über Feuerwerkerei, Eisenhärtung, Alchimie etc. Es kommen Kochrezepte, astrologische und astronomische Passagen vor. Das Manuskript besteht aus deutschen und lateinischen Texten; bisweilen wird mitten im Satz von der einen in die andere Sprache gewechselt.

Das Manuskript ist das älteste bekannte, das den Namen Johannes Liechtenauers nennt, eines Fechtmeisters, dessen Einfluß noch bis weit ins 16. Jahrhundert reichte. Da hier – anders als in anderen Fechtbüchern – die ansonsten übliche Formel »dem Gott gnädig sei« fehlt, kann man spekulieren, daß er zur Entstehungszeit des Manuskripts noch am Leben war.

Ausführliche Beschreibungen der Handschrift finden sich bei Hans-Peter Hils (Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes, S. 104–110) und Martin Wierschin (Meister Johann Liechtenauers Kunst des Fechtens, S. 31–34). Beide allerdings nennen noch Hanko Döbringer als Autor – ein Irrtum, der mittlerweile als korrigiert gelten darf: Auf fol. 43r werden (von Liechtenauers Lehren abgesehen) die Gefechte »anderer Meister« genannt. Vor dem Namen »Andres Juden« befindet sich ein Pluszeichen, mit dem (wie noch häufiger in der Handschrift) eine Textstelle gekennzeichnet wird, an der der Schreiber etwas vergessen hat. Ein entsprechendes Pluszeichen findet sich oberhalb der ersten Zeile, gefolgt von dem Namen »hanko pfaffen döbringers«. Hankos Name war also ursprünglich lediglich vergessen worden und mußte nachträglich eingefügt werden. So erklärt sich auch der Genitiv, der von Hils als bemerkenswert herausgestellt wird.

Im Manuskript werden zahlreiche Techniken zum Teil detailliert erläutert, zum Teil aber lediglich in enttäuschender Kürze angerissen; gelegentlich bricht der Text nach einigen einleitenden Zeilen einfach ab (z.B. Stange, langes Messer, Dolch).

Zur Transkription

Diese Transkription bietet lediglich die für das Fechten relevanten Abschnitte. Eine Gesamtübersicht vermittelt aber einen Überblick über die komplette Handschrift.

Die Transkription orientiert sich so getreu wie möglich am Original. Der Buchstabe »v« wird nicht in »u« oder »v« aufgelöst. Abbreviaturen, Verdoppelungs- oder andere Sonderzeichen oberhalb eines Buchstabens bleiben (im Rahmen der eingeschränkten typographischen Möglichkeiten des Internets) weitgehend erhalten.

Das Manuskript kennt zahlreiche Ligaturen, die im modernen Schriftsatz nicht mehr üblich sind. Diese Ligaturen werden in ihre einzelnen Buchstaben aufgelöst. In der Handschrift werden weiterhin mehrere unterschiedliche Formen des »s« benutzt. Die entsprechenden Ligaturen sind ebenfalls aufgelöst, auch die Buchstabenverbindung von langem und rundem »s« am Wortende. Erhalten bleibt lediglich eine »sz«-Ligatur, die durch »ß« wiedergegeben wird.

Die Groß- und Kleinschreibung ist, gemessen an modernen Standards, recht willkürlich. Gelegentlich wird mitten im Satz unvermittelt ein Wort durch ein Versal hervorgehoben. In vielen Fällen ist der Unterschied zwichen Majuskel und Minuskel so gering, daß nur geraten werden konnte, was ursprünglich gemeint war.

Im Text tauchen zahllose kleinere textgliedernde Elemente auf, seien es kleine rote und/oder schwarze Punkte zwischen zwei Wörtern, Schrägstriche zwischen Wörtern, die gelegentlich in Zweier- oder sogar Dreiergruppen erscheinen, in schwarz oder wechselweise schwarz-rot oder schwarz-rot-schwarz. Hinzu kommen Absatzzeichen in roter Tinte. Bei meiner Transkription habe ich (entgegen meiner Gewohnheit) auf die möglichst akkurate Wiedergabe eines Großteils dieser Zeichen verzichtet. Erhalten bleibt als Gliederungszeichen lediglich ein einzelner Schrägstrich – gleichgültig, ob im Original einer, zwei oder drei stehen –, und Absatzzeichen habe ich in einen Absatz mit Leerzeile aufgelöst. Im Unterschied zu anderen Handschriften, ist ein »ÿ« mit Umlautzeichen in diesem Manuskript äußerst selten, bisweilen steht nur ein einzelner Punkt über dem »y«. Ich habe komplett auf das Umlaut-ÿ verzichtet und durchgängig mit »y« transkribiert. Ein gelegentlich auftauchendes kleines »e« über den Vokalen »o« und »u« habe ich als Umlaut wiedergegeben.

Dierk Hagedorn, Oktober 2008

Quellen

  • Trude Ehlert und Rainer Leng: Frühe Koch- und Pulverrezepte aus der Nürnberger Handschrift GNM 3227a (um 1389); in: Medizin in Geschichte, Philologie und Ethnologie. Königshausen & Neumann, 2003
  • David Lindholm: Transkription und englische Übersetzung der Teile über das lange Schwert (PDF) http://www.thearma.com/Manuals/Dobringer_A5_sidebyside.pdf
  • Hans-Peter Hils: Meister Johann Liechtenauers Kunst des langen Schwertes.
  • Martin Wierschin: Meister Johann Liechtenauers Kunst des Fechtens. München: C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, 1965
  • Grzegorz Zabinski: Transkription (Arma PL)


Transcriber's Notes (Glasgow)

Annotations

This is the transcription of a partially illustrated manuscript from 1508. The original with the number E.1939.65.341 belongs to the R. L. Scott Collection, Glasgow. Due to copyright restraints, I cannot show the according images, therefore this is a text-only version.

The manuscript

Like other manuscripts from a similar timeframe this one is a collection of various authors writing about various aspects of fencing. The present codex is remarkable insofar as it offers similarities to a number of manuscripts from the 15th century.

  • The text for the longsword in the version of Sigmund Emring is identical to the Sigmund Ringeck mansucript from Dresden (Mscr. Dresd. C 487) in most respects. Interestingly, Paulus Kal mentions on fol. 2r in his manuscript from Munich (Cgm 1507) a certain master Sigmund Amring as being a member of the Gesellschaft Liechtenauers (Liechtenauer's society). In the Ringeck manuscript the author is introduced as "Sigmund ain ringeck".
  • The additional longsword pieces appear also in the Ringeck manuscript. Here they are executed from "eiserne pforte" (iron gate), there from "nebenhut" (side guard).
  • The techniques of the second wrestling section from the Glasgow manuscript are similar to those by Andre Lignitzer from the manuscript 44 A 8 (so-called Peter von Danzig). However, here his name is not mentioned.
  • The techniques for the buckler specify Andre Lignitzer as the author, which is different from the Ringeck or the Jude Lew manuscripts (Augsburg, Cod. I 6 4° 3). These two codices do not mention a name at all.
  • Martin Siber's text about longsword fencing appear only in one other manuscript: Hans von Speyer (Salzburg, M.I.29).
  • The fighting techniqus of the other masters (»Andres Juden Jobs von der Nyssen Nicklass prewsñ Hans pfaffen Döbringers«) appear in a single other manuscript too: Cod. Hs. 3227a from Nuremberg. The Glasgow fechtbuch clarifies finally that the pfaffe (priest) Hans (or Hanko) Döbringer is only one master among others and by no means the author of 3227a, a misconception for quite some time.
  • Unlike most of the other manuscripts (3227a, Ringeck, Jude Lew, Hans von Speyer) the present codex features the so-called figures – brief passages in circles preceding Liechtenauer's fighting on horseback. Only the manuscript 44 A 8 shows them in circles too; and the Jude Lew manuscript places them in front in text only.
  • Different from the versions of Jude Lew or Hans von Speyer the Glasgow manuscript mentions Johannes Liechtenauer as the author of the kampffechten and the fighting on horseback sections.
  • The text about fighting on horseback is less extensive than in the codex 44 A 8 but more substantial than offered by Lew.
  • The fechtbuch from Glasgow is a compendium from various sources and provides connections to numerous additional fencing treatises but without following a single example. Earlier fechtbücher feature a diversity of segments that might have served as sources in order to create a completely new compilation.

The manuscript is partially illustrated, namely the two chapters about Johannes Liechtenauer's techniques with the longsword, following the edition of Sigmund Emring, and the first wrestling section of an anonymous author (two further wrestling sections remain without images). This is a particular speciality, since this manuscript is – until now – the earliest known illustrated version of Liechtenauer's teachings concerning the longsword. The so-called Goliath manuscript (Ms. Germ. Quart. 2020, Krakow from about 1510–1520) offers images too. It presents 38 in the longsword section whereas the Glaswegian manuscript only offers 31. However, the first leaves are missing which according to expectations and experience would have covered the techniques from the zornhau and the krumphau. The two illustrated parts show a significant difference in quality: The longsword section is quite colourful but only roughly drawn, the wrestling techniques are rendered with more anatomical detail but only in reds and yellows – with two exceptions. Rainer Leng has identified six illustrators in total.

The transcription

The transcription follows the original as closely as possible. I have not dissolved the letter "v" in either "u" or "v". Abbreviations, duplication characters or other special characters remain mostly intact - considering the restraints of internet typography. Frequently occuring signs above "u" or "w" that indicate either a distinction from "n" or usage as a vowel remain usually disregarded, occasionally the differences to other characters of distinction are rather subtle.

Due to bookbinding and cropping processes some minor parts of the text are missing. I have tried to fill in these gaps as good as possible in square brackets.

I am profoundly indebted to Jeffrey Hull. Without his substantial help and support this project would not have been possible. Thank you very much.

Dierk Hagedorn, July 2009

Source

Rainer Leng (compiler): Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters, Band 4/2, Lieferung 1/2 – 38. Fecht- und Ringbücher. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, 2008

Translator's Notes

This is the complete english translation of the treatise. It was quite a bit of work, however it does still require some editing; after all, engish is just my secondary language. Please also consider that this translation is not literal, there may stylistic elements that cannot be transferred to the english language. Apart from this, I consider the following text to be quite accurate, to the best of my knowledge and understanding.

~ Thomas Stoeppler, March 2006

I translated the german ms3227a based on several transcriptions available in 2005 and nowadays there are a few things I would read slightly differently. There are, however, no major issues and should not cause problems when working with the source. Since I have not updated (you may or may not forgive me..) the text, should you find any critical issues feel free to contact me (Forum ID is T. Stoeppler on the SFI / www.swordforum.com)

~ Thomas Stoeppler, March 2013

Translation reference

Attacks / Geferte
Zornhau – wrath strike
Krumphau – bent strike
Zwerchhau – transverse strike
Schielhau – squintng strike
Scheitelhau – vertex strike
Oberhau - downstrike
Unterhau -upstrike
Oberstich - downthrust
Unterstich - upthrust
Vorschlag – first strike
Nachschlag –follow up strike
Oberschnitt – high cut
Underschnitt -undercut
Alter Schnitt –cut the hands and then the throat
Stück / Set techniques
Huten/Leger - Guards
Ochs - Ox
Pflug - Plow
Alber – Fool (provocation guard)
Vom Tag – high guard (pausing guard)
Versetzen – parrying, displacing
Nachreissen - adhering
Absetzen – setting aside
Ansetzen – placing the point
Abwenden – turning aside
Überlaufen - overreaching
Durchlaufen – running through
Abschneiden – cutting off
Hängen - hanging
Winden - winding
Principles
Vor - Before
Nach - After
Indes – In the moment
Schwach / weich weak / soft
Stark / hart /strong / hard
(frequens) motus (constant) motion
Anhebung (principium) begin
Endung (finis) ending
Zu hand fahren – moving in (in a slightly flanking manner)
General
Schützen – protecting
Schiessen – shooting the point
Dar bringen – to execute
Bawer, Büffel – peasant, unskilled fencer
Beschämen – to shame
Schaden - damage, injury
Enden – lethally finishing the combat
Schantze – place of combat
Leichmeister – false master, Mc Dojo master